Pfingstfluglager auf dem Übersberg

In der zweiten Pfingstferienwoche hieß es für die Segelflieger des MLV wieder: Koffer packen und ab ins Fluglager! Gemeinsam mit unseren Fliegerkameradinnen und Fliegerkameraden vom AC Dachau führte uns der Weg in diesem Jahr zum Segelfluggelände Übersberg bei Reutlingen am Rand der Schwäbischen Alb.

Der Übersberg ist unter Segelfliegern für seine hervorragende Lage bekannt. Bereits nach dem Windenstart findet man häufig Anschluss an die Thermik und ist damit schnell auf der „Rennstrecke“. Gleichzeitig stellt das Gebiet auch besondere Anforderungen an die Flugvorbereitung: Nördlich des Platzes begrenzen die Stuttgarter Lufträume die nutzbare Höhe, während sich nach Süden ein weites und attraktives Fluggebiet eröffnet.

Trotz zunächst wenig vielversprechender Wetterprognose, waren doch an den meisten Tagen auch längere Thermikflüge möglich.
Der Thannhauser Rentierschlepp! (In Übersberg wird üblicherweise kein Auto für den Rückschlepp der Flugzeuge eingesetzt.)

Vor Beginn der Woche sahen die Wetterprognosen zunächst wenig vielversprechend aus. Doch am Ende konnte jeder einzelne Tag genutzt werden. Zwar verhinderten starker Wind, Überentwicklungen oder Schauer zeitweise größere Streckenflüge, dennoch boten die Bedingungen zahlreiche Möglichkeiten zum Fliegen und Sammeln wertvoller Erfahrungen.

Besonders für unsere Flugschüler war das Gelände eine spannende Herausforderung. Der Flugplatz liegt auf einer Hochfläche rund 400 Meter über dem benachbarten Reutlingen. Die hügelige Landschaft der Schwäbischen Alb macht mögliche Außenlandungen in Platznähe anspruchsvoller als in unserer Heimatregion und schärft damit das fliegerische Bewusstsein. Auch der Weg zum eigentlich nahe gelegenen Bäcker entwickelte sich regelmäßig zu einem kleinen Abenteuer über die kurvenreiche und löchrige Straße ins Tal.

Gewöhnungsbedürftig war zunächst auch der Flugbetrieb vor Ort. Auf dem Gelände sind vier Vereine aktiv, die sich zwei Start- und Landebahnen teilen. Die südliche Bahn ist mit rund 1.000 Metern deutlich länger als unsere heimische Piste, während die nördliche Bahn in zwei Landefelder aufgeteilt ist. Das leicht geneigte Gelände und Leeeinfluss im Bereich des End- und Queranfluges erforderte zusätzliche Aufmerksamkeit vor allem bei der Landung. Gerade diese ungewohnten Bedingungen machten das Fluglager jedoch zu einer hervorragenden Übung für Flugschüler und erfahrene Piloten gleichermaßen.

Hoch oben auf dem Übersberg befindet sich das Segelfluggelände mit seinen zwei Start- und Landebahnen. Direkt nördlich liegt Reutlingen.

Neben sechs intensiven Flugtagen durfte natürlich auch das Gemeinschaftsleben nicht zu kurz kommen. Gemeinsames Kochen, Essen, Spielen und gesellige Abende gehören seit jeher zu den festen Bestandteilen eines Fluglagers. Einen flugfreien Tag nutzten wir außerdem zum Baden und Wandern, um die reizvolle Landschaft der Schwäbischen Alb auch vom Boden aus zu erkunden.

Der Flugplatz Übersberg erwies sich dabei als ausgezeichneter Gastgeber. Trotz seiner etwas abgelegenen Lage bietet er mit Bettenlager, Duschen, Vereinsheim und Küche eine sehr gute Infrastruktur für Gastgruppen. Der Zusammehalt unter Fliegern zeigte sich auch in der großen Hilfsbereitschaft der örtlichen Fliegergemeinschaft: Als an unserem Schuldoppelsitzer ein Spornradmantel beschädigt wurde, erhielten wir umgehend Unterstützung und konnten dank eines Ersatzmantels der örtlichen ASK 21 den Flugbetrieb fortsetzen.

Unser Fazit fällt daher durchweg positiv aus: Der Übersberg bietet ein fliegerisch anspruchsvolles und abwechslungsreiches Fluggebiet, eine hervorragende Infrastruktur und eine außergewöhnlich herzliche Gastfreundschaft. Wir bedanken uns herzlich für die schöne Zeit und freuen uns auf ein Wiedersehen – sei es bei einem zukünftigen Fluglager oder bei einem spontanen Besuch mit dem (Segel-)Flugzeug.